Emma Dilemma - Chaosqueen stellt sich vor:

 Emma ist frisch 30 und "eigentlich" ganz zufrieden mit ihrem Leben, der Job macht Spaß, sie hat gute Freundinnen und eine... ähm... "spezielle" aber durchaus liebenswerte Familie mit MASSIG Macken - aber was soll's - hieß es nicht immer "Freunde sind Gottes Entschuldigung für Familie"?

Frei nach DEM Motto werden Freundschaften gepflegt und man schreckt auch nicht davor zurück neue zu schließen. Speziell wenn sie eveeeeentuell im männlichen Bereich angelegen sind, denn zum ganzen Glück fehlt ihr irgendwie DOCH ein Partner. Aber Emma kann kompliziert sein (auch wenn sie es verdammt nochmal nie zugeben würde) und Emma ist wählerisch (auch das entspringt gerade NUR meiner Fantasie - pah wer's glaubt) und deshalb ist das alles nicht so einfach - doch am besten man macht sich selbst ein Bild von ihr.

Denn im Prinzip steckt in jedem von uns ein Stück EMMA ;-)



Liebes Tagebuch…

 

„Happy birthday to me…“

 

Nun ist es soweit, ich habe die magische 3 geknackt. Schmerzhaft war’s wohl nicht der Übergang, das muss ich zugeben, hatte ich mir bei Weitem schlimmer vorgestellt.

Als ich morgens ins Büro kam, begrüßte mich keine meiner Kolleginnen mit einem freudigen und euphorischen „HEY! DU HAST GEBURTSTAG!“ Silke kam mir am Gang entgegen, legte mir die Hand auf den Oberarm, kniff ihre Augenpartie verständnisvoll zusammen und sagte besorgt: „Hey… du… na, wie geht’s dir?“

Hallo? Ich hatte nur noch darauf gewartet, einen Strick auf meinem Schreibtisch vorzufinden! :-(

 

Andrea, die sich mit mir ein Büro teilt, war so ein Goldstück und hatte Kuchen mitgebracht. Er war zwar angegessen und es stand „Für Hugo zum 70.“ Drauf, aber  hey, der Wille zählte schließlich.

Als wir uns alle gegen halb 10 zum Kaffeetrinken trafen kam fast ein wenig festliche Stimmung auf, sogar mein Chef gratulierte mir und gesellte sich eine Weile zu dem gackernden Hühnerhaufen.

Gisela, die nur noch wenige Monate bis zu ihrer Pensionierung hatte, nahm mich bedächtig zur Seite und flüsterte verschwörerisch: „Emma, Liebes…genieße diese letzten unbeschwerten Jahre noch, solange es geht. Als ich mit 36 in den Wechsel kam, legte sich jeder Bissen DIREKT an der Hüfte an!“ und kniff mich dabei unsensibel in mein Problemzönchen. AUTSCH.

 

In der Mittagspause waren wir in der Sushi-Bar, die um die Ecke aufgemacht hatte, war ganz lecker. Wir haben uns köstlich amüsiert. Andrea, ebenfalls unfreiwilliger Single wie ich, erzählte von ihrem letzten Date und wie schrecklich es gelaufen war. Der Typ hatte ihr 2 Stunden auf die Brüste geglotzt und konnte kaum einen vollständigen Satz über die Lippen bringen. Nach dem Dessert täuschte sie Migräne vor und verließ fluchtartig das Lokal.

Kurz gab es mir einen Stich – sie HATTE wenigstens eine Verabredung. Gegen ein wenig Zuneigung – und sei es auch nur ein plumpes, aufkeimendes Interesse an meiner Oberweite – hätte ich ab und an auch nichts einzuwenden. *seufz*

Seitdem Peter mit mir letztes Jahr wegen Annika Schluss gemacht hatte war kein Mr. Right, nicht mal ein Mr. Possible, in weiter Ferne zu erblicken. Ach weg mit diesen Gedanken.

 

Andrea riet mir beim Verlassen der Sushi-Bar: „Emma, wieso meldest du dich eigentlich nicht bei Facebook an? Da triffst du alte Bekannte wieder, alte Liebschaften und sogar potentielle neue!“

 

Tja. Hier bin ich nun, liebes Tagebuch… Emma im Dilemma… bereit für die Liebe, bereit um gefunden zu werden.

Aber bevor ich mich finden lasse, muss ich erst noch das Abendessen mit meiner Familie überstehen. Welches Drama sich wohl heute wieder dort abspielt… Mir kommt immer der Spruch in den Sinn „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint!“  Wie wahr…

 

Ich melde mich später wieder!

 

 

Hugs <3


Liebes Tagebuch…

 

Diese Menschen können unmöglich blutsverwandt mit mir sein. Ich glaube ich bin adoptiert worden und man möchte es mir nur nicht mitteilen um mich zu schonen.

 

Ich hatte meinen Eltern EXTRA eingebläut, ich wolle keine große Feier, nur keine Umstände, einfach ein gemütliches Essen und gut wars. Bereits auf der Zufahrtsstraße zum Haus meiner Erzeuger sah ich eine Autokolonne… teilweise standen die Fahrzeuge wild im Garten. Kurz überlegte ich, einfach umzukehren und meinen Geburtstag alleine in der abgedunkelten Wohnung zu feiern. Nur ich und vielleicht Jack (Daniels) oder wir 2 laden noch HUGO dazu ein ;)

 

Doch da hatte mich meine Schwester bereits erblickt und lief, mit beiden Händen fuchtelnd, auf mich zu. Kurz erschrak ich bei ihrem Anblick – Kind Nummer drei machte sich bereits DEUTLICH sichtbar… hatte ich sie nun so lange schon nicht mehr gesehen? Während ich  noch einparkte, riss sie bereits die Autotür auf und umarmte mich mit einem „Ohhhhhhhhh,  nun sieh mal einer die alte Schachtel an, soll ich dir Lotsen besorgen damit du in die Lücke triffst?“

*grummel*

 

Kaum betraten wir das brechend volle Haus, wurde ich von allen Seiten gedrückt, beglückwünscht, geküsst und ich bin mir ziemlich sicher, dass mir jemand an den Hintern getatscht hat!

Meine Mama hatte Tränen in den Augen, ich war fast erschüttert. Heulend kam sie auf mich zu „Meeeheeeeeeinnnn Baaaaaaby!!“ Minuten später war meine rechte Schulter fast taub und durchtränkt – ich gab sie in die tröstende Obhut meines Vaters weiter.

 

Der Abend war… tja, wie soll ich es sagen… hm… „nett“ – wobei bekanntlich „nett der kleine Bruder von Scheiße ist“

 

Liebes Tagebuch… hier meine TOP 5, der Sprüche die man am 30. Geburtstag NICHT hören möchte, aber mit absoluter Sicherheit lauwarm präsentiert bekommt:

 

  • Platz 5: 30? Wahnsinn! Ich weiß noch wie du nackt durch unseren Garten geflitzt bist. (diese Meldung kriegt man vom 80jährigen Nachbarn der dabei obszön mit der Zunge schnalzt 
  • Platz 4: 30? Wie, und du hast noch immer keinen Mann an deiner Seite? Bist du etwa lesbisch?
  • Platz 3: Tick Tack – deine Eizellen höre ich ja bis hierher ächzen, altes Mädchen. (diese Meldung ist immer mit einem groben Klaps auf den Po verbunden) 
  • Platz 2: Ist das da eine graue Strähne?
  • Und der unangefochtene Platz 1 *Trommelwirbel*: 40? Echt jetzt? Hilde sagte du wirst 40… ähm… du siehst noch ganz… gut aus!? (gefolgt von einer peinlichen Pause)

 

Aus Frust habe ich mir dann noch 5 Eier mit Mayonnaise zu Gemüte geführt und dann war mir speiübel. Somit hatte ich Oma’s Rat befolgt und ein Verdauungsschnapserl probiert und bin dann ins Bett.

Bis bald Tagebuch…

 

Hugs <3

 

 


Liebes Tagebuch…

 

Nun hatte ich Zeit mein Leben ein wenig Revue passieren zu lassen… bin ich zufrieden WO ich stehe? Hm… das ist relativ. Beziehungstechnisch wohl eher nicht.

 

Dass das mit Peter nicht meine Zukunft sein konnte, kristallisierte sich bereits früh heraus. Wir waren eigentlich wie Tag und Nacht… er war ein Morgen- und ich ein Nachtmensch, er war Suppe ich Dessert, er war der „Socken-in-Sandalen-Typ“ ein Mensch, der sich sehr schnell fremd geschämt hat und sehr viel Wert auf die Meinung anderer legte, ich wiederum war sehr oft der Grund fürs Fremdschämen und auf meine Meinung hat er leider nur wenig Wert gelegt. :(

 

Als er eines Tages von einer „ganz netten neuen Kollegin“ berichtete, mit der er nun öfters zum Mittagstisch ging, wurde ich hellhörig. Einige Abende später stand er dann vor meiner Wohnungstür und als ich ihn herein ließ, waren seine Worte „EMMA, wir müssen reden!“ Das war, wie allgemein bekannt, Code-Red für ein mögliches Beziehungsaus.

Ich ließ mir nichts anmerken und nahm die Trennung äußerst verständnisvoll hin, zuletzt umarmten wir uns noch und dann, tja DANN machte er die Geste, die das Fass zum Überlaufen brachte. Er boxte mir freundschaftlich mit seiner Faust gegen das Kinn à la „das wird schon wieder“     *große Augen mach*      SOWAS GEHT GAR NICHT!

Wie aus einem Reflex heraus, schnappte ich mir seinen Arm – ich war in dem Moment so dankbar mit Andrea den Selbstverteidigungskurs gemacht zu haben – und drehte ihn mit vollem Schwung auf den Rücken. Er ächzte laut auf, aber da kannte ich kein Erbarmen. Ich drängte ihn zur Wohnungstür und beförderte ihn wütend hinaus. Momente später öffnete ich erneut die Türe, sah den noch immer erschütterten Peter vor mir stehen, und warf ihm seine Schuhe und das Handy entgegen.

 

Danach ging ich schnurstracks zum Gefrierfach, holte die Familienpackung Eis heraus, legte Kuschelrock auf und gab mich meinem Elend hin. Volle zwei Tage verbrachte ich in diesem Zustand. Meine Haare UND meine Kleidung waren fleckig, die Wohnung roch streng. Mir war alles egal.

Warum hatte er mich nicht genauso lieben können wie ich ihn? Hatte ich ihn überhaupt geliebt oder wollte ich einfach nicht alleine sein? War er „Mittel zum Zweck“ oder einfach „das kleinere Übel“? Mit dieser Erkenntnis konnte ich anfangen mich hochzurappeln – ich ging unter die Dusche, weinte erbärmlich meine letzten Tränen und begann neu anzufangen… mit mäßigem Erfolg… ich bin nach wie vor Single.

Vielleicht sollte ich langsam wirklich wieder anfangen AKTIV zu werden, Andrea machte es ja auch! Sie riskierte wenigstens.

Das Wochenende stand vor der Tür, diesmal blieb mein geliebtes Buch unberührt auf dem Nachtkästchen.

 

NACHTLEBEN – ich  komme!

 

Hugs <3


Liebes Tagebuch…

 

Heute versuchte ich die Tastatur so leise wie möglich zu bedienen, sonst zersprang mein Kopf noch in tausend Scherben.  OH WHAT A NIGHT :(

 

Ich hatte mich richtig schön aufgebrezelt um schick zu sein für DIE NACHT ALLER NÄCHTE! Sämtliche, möglichen Körperstellen waren „auf Vordermann gebracht“, die Unterwäsche passte zusammen und mein schwarzes Kleid ging mit Luft anhalten auch noch zu. (Notiz an mich: Den Bauch-weg-Trainer ruhig wieder unter dem Bett hervor holen *schäm*)

Andrea holte mich pünktlich ab, sie hatte eine stylische Shorts an mit einer Leggins drunter und ein cooles Tankshirt, ich fühlte mich neben ihr wie ihr Anstands-Wauwau :( oder wie die prüde große Schwester.

Kurzum wurde mein Kleiderschrank auf den Kopf gestellt und ich neu eingekleidet -> ja, so gings besser…

Das Taxi brachte uns in eine nagelneue, angesagte Bar. Bereits beim Eintreten war es so, als ob jemand die Musik abgedreht hätte und ein Spot auf uns gerichtet worden wäre. Oh Gott hier waren nur Yuppies im Anzug, die uns abschätzig musternd ansahen. Innerlich verfluchte ich Andrea, mein schwarzes Kleid hätte so perfekt hier her gepasst.

Doch sie war da scheinbar schmerzfrei, mit ihrer Shorts wackelte sie selbstbewusst durch die Menschenmenge. Entsetzt fragte ich sie: „ WAS machen wir hier?“ Sie antwortete nur lachend: „Du willst Spaß? Den kannst du haben – wir werden  heute Meeting-Saufen!“ Mit diesen Worten zog sie mich an die Theke zwischen eine Gruppe Männer, die sich sehr wichtig vorkamen. Sie bestellte zwei Tequilas – wir stießen an und… runter damit!

Also fragte ich: „Na, wie funktioniert das nun?“

Als der Typ links von mir sich hinüber beugte und zu dem anderen Typen rief: „Hey Klaus, wie liefs beim Meeting?“ riss Andrea sofort ihre Hände hoch und bestellte zwei neue Tequilas.  Oh Gott mir schwante Böses! Als das Handy des einen Kerls klingelte und er lautstark ein „Meeting“ vereinbarte, Andrea abermals lachend ihre Hände in die Höhe schmiss, bekam ich ernsthaft Schweißperlen auf der Stirn.

 

Was soll ich sagen, ich kam hackedicht, mit nur einem Schuh, heim – hatte Hausverbot in der neuen, angesagten Bar, da ich auf der Theke tanzte und unbedingt eine Tequilaspur anzünden wollte – in „Coyote ugly“ sah das sooooo verdammt cool aus!

 

Ich  verfluche den Tag als Tequila das erste Mal gebrannt wurde. Ich verfluche seine Verschiffung nach Europa. Ich verfluche all die wichtigen Meeting-Yuppies, die mir den Dröhnschädel meines Lebens beschert haben. :(

Ich schlucke nun noch 3 Aspirin, verkrieche mich ins Bett und zerfließe im Selbstmitleid.

 

Hugs <3

 

 


Liebes Tagebuch…

 

Andrea hatte wohl recht, seitdem ich mich auf Facebook angemeldet habe, sind mir sehr viele liebe und herzliche Menschen begegnet.

Gerade eben erst, hat mich Mohammed aus Marokko angeschrieben, um mir mitzuteilen, dass ihm mein Profilbild so gut gefällt… alles in gebrochenem Englisch natürlich ;)

Ich sah schon eine wundervolle Zukunft vor mir… nachdem ich ihm die, vermutlich gewünschten, € 20.000.- überwiesen hab, damit er nach wochenlanger Schleimerei „zu mir“ konnte und wir viele, viele Babies machten – pfffff – hörte ich nie wieder von ihm und fand ein verwaistes Profil vor.

Tja, aber nicht mit Emma!! Ich als aufmerksame Stern-TV-Seherin kannte alle Tricks der Nigeria-Connection ;) Gott, fühlte ich mich gerade mondän *flüster* obwohl er auf dem Foto schon ganz niedlich ausgesehen hatte und ich ein wenig Schmeichelei für mein Ego auch gut gebrauchen KÖNNTE.

NEIN!

NIX DA!

Bin doch eine selbständige Frau – ich brauchte das nicht – SELBSTLIEBE war das neue Wort! Jawohl!!

 

Habe gerade in der ganzen Wohnung Zettel angebracht mit stärkenden und positiven Nachrichten für mich! Das tat gut. :) Hm… vielleicht noch ein paar kleine Löffel Eis dazu – Eis ging schließlich immer.

 

Ähm. Gerade eben kam eine SMS von einem Thomas!? Scheinbar kannten wir uns von der Bar… Ich musste mal tieeeeef in meine Erinnerungen abtauchen… war da was?

 

Oh *schluck* war das etwa der Kerl, den ich dazu nötigen wollte mich Tequila-Shots aus seinem Nabel trinken zu lassen?

Oder war es der Kerl, dem ich die Bloody Mary versehentlich über den Anzug gekippt hatte?? Nein, dem gab ich ja eine falsche Nummer.

Oh, dann muss Thomas der Kerl sein, der uns so großzügig das Taxi überlassen hatte.

 

Seine Nachricht lautet: „Ich hoffe du bist gut zu Hause angekommen. Geht es dir denn wieder gut?“

 

Als er uns die Taxitür aufhielt und dabei anlächelte wurde ich plötzlich total mutig. Ich öffnete danach das Fenster, streckte meinen Oberkörper hinaus, hielt ihm meine Visitenkarte entgegen und zwinkerte ihn an. Endlich hatte auch ich mal Verwendung für eine meiner vielen ungenützten Karten! Hochgefühl!

Weniger glamourös war dann vermutlich, als der Fahrer forsch anfuhr und ich mit dem Kopf lautstark gegen den Rahme knallte. Ich hatte ihn daraufhin – aus einer Reaktion heraus – so unflätlich angepampt, ich mochte meine Worte an dieser Stelle gar nicht widerholen. :( Und das alles natürlich in Hörweite… oh Gott.

 

Naja, ich simse wohl einfach mal gaaaaanz unverbindlich zurück.

 

 

Hugs <3